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Dienstag, 20. Oktober, Karakol - Almaty
Das wars aus Kirgistan. Zumindst nenne ich das Land jetzt so. Denn die offizielle deutsche Bezeichnung fuer das kleine Land ist ja Kirgisistan, und manche sagen auch Kirgisien. Kirgistan unterscheidet sich doch sehr von den anderen bereisten Laendern wie Usbekistan oder Kasachstan. Es ist h zwar auch sehr gebirgig, aber viel gruener, und die Kultur ist auch eine ganz andere. Heute gehts uebr das Kharkara Tal uber die kasachische Grenze zurueck nach Almati. Stattdessen werde ich belehrt, dass der Oktober auch nicht gerade der guebstigste Reisemonat ist. Ich solle doch lieber im Juni kommen, dann ploppen die Jurten hier ueberall wie Pilze aus dem Boden. Nun ja, heute zehle ich ganze drei der netten Filzhaeuser und in einer macht der Fahrer Mittag. Die Jurte ist sehr farbenfroh ausgeschmueckt. Leider komme ich erneut in den zweifelhaften Genuss, das kirgisische Nationalgetraenk probieren zu duerfen bzw. muessen. Das Ergebnis heisst Kumiss (Stutenmilch) und ist so ziemlich das ekelhafteste, was man trinken kann. Es schmeckt salzig, fettig und alkoholisch, und es schwimmen auch zweir Fliegen oder sonstwas drin. Dann sitzt mal also in einer solchen Jurte, mit einer riesigen Schale Kumiss vor sich, und muss irgendwie dieses Zeug runterkippen. Alles andere ist ja unhoeflich. Nach einem klreinrn Schlueckchen war ich aber dann unhoeflich ....
Das unberechenbare Wetter ist wieder mal Schuld, dass es etwas laenger dauert,, denn die Talstrasse ist zu einem grossen Teil von irgend einem in der Karte nicht eingezeichneten Fluesschen weggerissen. Das Durchkommen gestaltet sich etwas schwierig,zudem wir mit einem gaand normalen PKW unterwegs sind, besser waere wohl ein Jeeep oder 4WD, wie das im Fachjargon heisst gewesen. Es gibt zwar immer Umleitungen durchs Flussbett, aber die sind natuerlich auch nicht gerade wie eine deutsche Autobahn. Doch was soll mich nach knapp drei Wochen noch schocken? Am Besten einfach nach dem Motto "Augen zu und durch", und immer schoen am Gas bleiben, das ist das Wichtigste!
Nachstes Drama, der Grenzuebergang. Waegrend bei den Kirgisen alles in einigen Minuten erledigt ist, sind die Kasachen doch ein anderes Kaliber. Man stelle sich vor, in einer kleinen Holzbaracke sitzt eine ebenso kleiner Kirgise, rundherum Steppe und Wüste. Der Grenzsoldat hat ein Din A 5 Schribheft vor sich. Man geht hinein, wird per Handschlag begruesst. Ins Schreibheft werden Pass Nr. und Name dokumentiert und dann wird der Stemplel fuenf mal auf ein leeres Blatt gepresst, um sicher zu gehen, dass es beim sechsten Mal auf dem Reisepass richtig klappt. Hat geklappt, juhuu. Verabschiedung per Handschlag und dann zum kasachischen Holzhaeuschen.
Da gibts keinen Handschlag, sondern einen elekronischen Koffer mit Video-Kamera und allelei anderen netten Kleinigkeiten. Ich sehe eine gruen-blaue Landesfalgge und werde neugierig, da doch die kasachische Flagge einen blauen Unterton hat. Ich schaue mich um, keiner links und keiner rechts und mache ein Foto, was ja eigentlich streng verboten ist. Wie gesagt, links und rechts war keiner, aber hinter mir. Ein kasachischer Grenzer - und das ist so dass schlimmste, was einem passieren kann. Rund zweieinhalb Stundenj stehen wir an der Grenze, von meinem Kamerachip wird eine Kopie angefertigt, somit koennen die sich wenigstens inen schoenen Bilderabend machen. Die dreckige Waesche wird einzeln inspiziert und zum Schluss werde ich noch verhoert, was ich eigentlich hier will. Das habe ich mich dann selbst auch gefragt. Jedenfalls kennen die in Kasachstan jetzt meine Unterwaesche und wissen, dass ich kein Spion bin. Ich wurde naemlich gefragt, ob ich einer Spionageeinheit angehore - was natuerlich ein jeder Spion selbstverstaendlich und an ort und Stelle mit JA beantworten wurde.
Seis drum, mit unendlicher Erspaetung entscheie ich, den Caryon Canyon kurz hinter der kasachischen Grenze nicht mehr anstuern, den bis Almaty sind es noch 300 km. Was ich von Almaty halte, hatte ich schon am Anfang des Trips zum Besten gegegeben. Da as schon 19Uhr war und die Nacht um 4 Uhr zu Ende ist, gehe ich nur noch ins Old Murphys, einen Pub nahe des Hotels.
| 20. Oktober 2009 |