Sonntag, 19.10., Kathmandu
19. Oktober 2008



Fuer den letzten Tag in Kathmandu habe ich mir nicht so viel vorgenommen. Am morgen eine kurzer Trip nach Bouddanilkanta, dem schlafenden Vishnu und dann nachmal in die Altstadt und ins touristische Thamel. Da Kathmandu in punkto Laerm, Abgase und Verkehr sich dramatisch zugespitzt hat, heisst es estmal Fruehstuecken im Kathmandu Guesthouse, bevor man sich ins Getuemmel stuerzt. Die haben einen netten Garten, wo man etwas ausspannen kann. Und es ist nicht zu fassen... tatgsaechlich, es ist zum ersten Mal seit 3 Wochen still um einen herum. Waehrend draussen das Chaos tobt, gehts hier zu wie im Kloster.

Schon verrueckt: Als ich heute zum ersten so richtig Mal durch Thamel spazierte, kam ich mir vor, wie so9 in einer abgefahrenen Dokumentation. Es ist chaotisch, laut und schmutzig. Auf den Straßen doesen Rinder und viele betteln in den Ecken. Staendig springt irgendwer hinter einem her, man sieht Frauen, die Ziegelsteine und Maenner, die ganze Schränke schleppen. Oder geschrumpfte alte Maennlein, die von ihren Gemuese-Eimern auf den Schultern beinahe erdrueckt werden. Und dazwischen hupen und klingeln und hupen und drängeln Taxis, gefaehrliche, weil nicht hoerbare Fahrradrikschas, Mopeds und stinkende Dreiraeder. Verwirrenderweise herrscht dabei auch noch Linksverkehr, von dem man in dem Chaos aber, ehrlich gesagt, nicht viel merkt.

Das Feilschen wie ein arabischer Teppichhändler scheint übrigens ein Virus zu sein, der einen befällt, sobald man nepalesische Luft einatmet. Genau wie die Kunst, aufdringliche Händler durch hinterhältiges Desinteresse wieder los zu werden.

Um die Mittagszeit bin ich noch mal zum Dubar Square, dem historischen Zentrum Kathmandus. Man kommt sich vor,  wie ein Hamster im Laufrad, denn irgendwie bleibt man in dieser Stadt staendig in Bewegung, sonst hat man wieder einen der unzaehligen Wohltaeter an der Backe. Selbst hoch oben auf einer Tempelstufe, einem der raren Sitzplätze Kathmandus, starrte jemand auf meine Fuesse und erklärte mir, meine Sandalen seien kaputt und er könne sie reparieren. Der Durbar Square in Kathmandu hat weniger Atmosphaere als der in Patan und auch als der in Bhaktapur. Hier ist mehr Rummel, mehr Getoese. Wie im Reisefuerer beschriebn gehe ich zunaecht in die Freak Street (Nomen est Omen !) und dann weiter durch eine Wohngegend in Richtung des Flusses. Waehrend man hier das Leben der Nepalesen authentisch beobachtren kann, faellt trotzdem auf, wie vergleichsweise sauber es in Thamel ist.  In den abgelegenen Stadtteilen kommen die Probleme der Muellentsorgung deutlich zum Vorschein. Die romantische Stimmung am Fluss, wie in der Kathmandu-Map dargestellt findet man allerdings bei weitem nicht. Also kehrt Marsch.

Auf dem Rueckweg nach Thamel nochmals das gleiche wie heute Vormittag. Am ziemlich verdreckten Park entlang, zu einem Areal, das als Auslauf fuer die Daemonen gedacht ist. Folglich laesst man mich auch nur sehr widerwaertig hinein. Davor sitzen viele Kleinhaendler, die ihre Zitronen zu kleinen Türmchen aufgebaut haben und Wahrsager bei der Arbeit. Also qualis sowas wie Boersananalysten auf Kathmandus Strassen.

In Thamel das uebliche, noch was einkaufen und feilschen wie die Weltmeister. Aber es ist angenhem hier mit all den kleinen verwinkelten Gassen und Restaurants und der "Wie haben uns alle lieb Bhudda Om Mani Patme Hum - Musik" an jeder Ecke.

Der Abend endet dann irgendwo im Irish Pub. Im Fernsehen laeuft ManU gegen West Bromwich. Wies augegangen ist ? Kann mich nicht mehr erinnern.

P.S. Verkehr in Kathmandu. Alle machen mit und keiner schert sich um was. Ich glaube, der Hinduismus regelt das schon, dass derjenige, der von einer Rikscha überfahren wird, im nächsten Leben als Taxifahrer zur Welt kommt. Lg an H1.