Donnerstag 16.10., Kathmandu - Patan
16. Oktober 2008


Nach neuneinhalb Tagen im Bhutan draegt die Zeit, was neues zu erleben und was waere aufregender als in eine der groessten Raeuberhoehlen dieser Welt zu fahren. Kathmadu, im Volksmnd Kantipur, die Hauptstadt Nepals. Doch der Tag sollte noch spektakulaerer beginnen. Punkt 5 Uhr war ich am Flughafen in Paro, Bhutan. Die Bhutanesen kennen hier keinen  Spass, wer zu spaet komt, den bestraft die Royal Bhutanese Airlines. Urspruenglich fuer 9 Uhr geplant, dann kurzfristig fuer 7 Uhr bestaetigt, geht es mehr als puenklich um 6.45 Uhr nach Kathmadu.

Auf der Strecke die Creme de la Creme der Berge, alles was der Himalya zu bieten hat. Wir schweben ueber den 7 und 8-Tausendern, fast in gleicher Hoehe wir der Kangchenjunga, den ich noch aus Indien kenne. Wiedererkannt habe ich ihn allerdings nicht. Da ist man schon froh, das es keine hoeheren Berge gibt, denn so niedrig in einem Hochgebirge binb ich auch noch nicht geflogen. Rechtzeitig hatte ich  mir einen Platz am rechten Fenster gesichert und konnte somit tolle Fotoaufnahmen vom Dach der Welt machen. Hoehepunkt: ganzklar, auch enn der Kumpel ein Paar Ecken weiter steht. Der Mount Everest. Andere klettern die 8850 Meter hinauf, um ein Foto zu schiessen, ich bekbome die spektakulaere Aufnahme frei Nase gliefert.

Jetzt muss sich Kathmadu etwas einfallen lassen. Nach 10 Minuten habe ich ein Visa, den Flughafen konnte ich so nach 20 Minuten verslassen. Ganz gut, wenn man bedenkt, dass ich hier vor fuenf Jahren eine ganze Nacht verbacht habe. Der Taxifahrer waehlt eine nicht ganz so trendige Strecke und das erste Wiedersehen mit Kathmandu fuehrt durch die learmigen und dreckigen Gegenden. In einer Kurve passiert es dann, ein LKW kommt entgegen, und es kommt zum Spiegelkuss! Die Schuldfrage für den kaputten Außenspiegel wird mittels heftigen Worten und der Androhung von Pruegel geklaert.

Im Zentrum der Stadt mache ich einen kleinen Rundgang und bewundere die kunstvollen Schnitzereien an den zahlreichen Tempeln und Pagoden. Auch viele der alten Häuser, teils aus dem 13. Jahrhundert sind so verziert. Vervor ich mich ins Getuemel um den Durbar Square stuerze, denke ich vielleicht schon heute einen Ausflug ins Kathamdu Tal zu machen, den die Landschaft lädt geradezu dazu ein. Nach kurzer Wegstrecke beginnen die Vororte der alten Königsstadt Patan. Patan hat die Form eines Mandala, eines magischen Kreises, dessen Mittelpunkt im Königspalast liegt.

In Patan genieße ich den Blick auf den Durbar Square, wohl der schoenste der tempeluebersaeten Plaetze von Kathmandu, Patan oder Bathakpur. Noch eindrucksvoller als das Pendant in Kathmandu ist hier die Ansammlung von Pagoden und Tempeln, viel verspielter in der Architektur und dahedr auch abwechslungsreicher. Im Museum erfaehrt man viel ueber Hinduismus und Bhuddismus. Schiesslich sind beide Religionen in der Landschaft tief verwurzelt und man sollte schon wissen, welcher Tempel welcher Rligion zugehoerig ist. Interessant die Geschichte von ganseh, dem Gott mit dem Elefantenkopf. Der Sohnemann von Gott Shiva, sollte die Gemaecher der Frau Gemahlin bewachen. Doch liess er nocht niocht mal den Herrn Vater Gott herein, der ihn zur Strafe kurzerhand enthauptete. Mutter (Pasupati oder so, habs vergessen) war erzuernt und verlangte ein Enthauptungsstorno. Und so geschah es, das das erste Lebewesen, was geradewegs daher kam, mit seinem Kopf den Sohn wieder zum Leben erwecken sollte. Es kam ein Elefant daher ...

Nachdem ich mich bei toller Aussicht im Dritte Welt Cafe und einem musizierenden Saddhu ausgeruht habe, mache ich mich auf den von Schulkindern bevölkerten Rueckweg und per Bus nach Kathmandu zum dortigen Durbar Square, dem Zentrum der Hauptstadt. Mehrmals schlendere ich über dieses aus fast 50 Tempeln und Pagoden bestehende Geleande. Viele Tempel sind Vishnu oder Shiva geweiht. Die Pagoden sind mehrstöckig und oft von kleineren Tempelchen umgeben. Am anderen Ende des Platzes steht das Haus der „lebenden Goettin Kumari“, das Tor wird von zwei Steinloewen bewacht wird. Den Innenhof, der mit seinen reichverzierten Balkonfenstern zu den schoensten von Nepal gehoeren soll, besuche ich allerdings erst morgen.

Stadtdessen schlendedre ich die Marktstrassen richtung Norden nach Thamel, wo ich mich einquartiert habe. Jetzt gehts nach den Currygerichten der letzten Woche mal wieder ein richtiges Steak essen. Mal sehen, was der Hindustaat - Kuehe sind hier heilig - an fleischigem zu bieten hat.

P.S. Offensichtlich habe ich ein Bergsteigergesicht. Heute im Flieger werde ich - da ja Fensterplatz - mehrmals gefragt, wie den die 8000er auf der rechten so heissen. Als es mir zu bunt wird, sage ich, keine Ahnung, war zur Taufe nicht eingeladen.  Lg an H1.