Montag, 13.10., Paro
13. Oktober 2008


Die kommenden drei Tage dienen vermehrt der Erholung, deshalb sind lustige Ereignisse wohl eher selten anzutreffen aber warten wirs ab. Zudem habe ich noch eine Erkaeltung, was die Sache auch nicht besser macht. Nach der doch noch langen Nacht im Breeze durfte ich heute - glaube , es ist das erste mal seit Wochen - richtig ausschlafen. Beim Fruestueck gabs wieder mal keine Eier, aber dafuer habe ich den Grund herausgefunfen. Chicken und alles was dazugehaert, also auch Ei, darf hier nicht mehr importiert werden, Vogelgrippe ist hier immer noch ein aktuelles Thema. Fuer die Bhutanesen kein Zuckerschlecken, haben sich die Eierpreise doch verachtfacht, von ca. 2 Cent auf 16 Cent.

Um elf Uhr treffen wir uns nochmal zum Fruehstueck und dann heisst es Abschied nehmen von thimphu. Ein kleines verschlafenes Hauptstaedtchen, wo man nur wissen muss wo die netten Ecken zu finden sind.

Per Jeep geht is ins 60 km entfernte Paro, dessen Tal wieder wunderschoen gelegen vor der oestlichen Himalaya-Silhouette im  westlichen Bhutan. Das Hotel liegt drekt neben der Landebahn des einzigen bhutanesischen Flughafens, oder sagen wir doch besser Flugplatz. Dennoch war das Panorama der 3-4 Tausender rundherum doch schon famos.

Auf dem Programm steht heute etwas sightseeing, und was heisst dies in Bhutan: Genau - Landschaften und Kloester. Das Khyichu Lhankhang gibt es schon seit dem 7. Jahrhundert. und wird auch seinem Namen gerecht: Westlich von Paro gelegen, thront es in der traditionellen, trutzigen Dzong-Architektur am Hang, mit flachen Granitsteinen ummauert, von drachenreichem Holzdekor gesaeumt. Ein Abstecher zur Drukyul Ruine rundet das geistliche der Tour schliesslich ab. Paro selbst ist nicht so dolle, kleines Staedtchen mit drei Hauptstrassen und den dazugehoerigen Verbindungen. Um meine 10 Euro in die Landeswaehrung Ngultrum einzuloesen muss ich noch bei vier Schaltern vorsprechen. Ansonsten gehts noch mal kurz ins Internet, amn will ja auch mal wissen, was so zu Hause los ist. Von kaputtenen Waschmaschinen angefangen ist ja doch so einiges los in der Heimat.

Nach einem leckeren indischen Abendessen gehen wir nochmal aus - Nightclub a la Bhutan. Stehen auf der Buehne Girls in Nationaltracht und tanzen zu tebetischen, bhutanesischen, indischen und nepalesischen Rhythmen. Gewoehnungsbeduerftig aber gnaz nett. Zuggebenerweise habe ich das Durchschnittsalter des eher jungen Publikums bestimmt verdoppelt und ein anderer Tourist kommt auf die bloede Idee fuer michgleich fuenf Taenze zu bestellen. Zumindest kennt die bhutanesische Landbevoelkerung jetzt zu einem Grossteil meinen Namen.

Als wir den Club - um 11 Uhr ist Schicht im Schacht - verlassen, steht eine Kuh im Flur. Was in Deutschland nur per Pferd und als Schlager bekannt ist, wird hier Realitaet. Da fuer uns beide Kein Platz im Gang ist, quetsche ich mich an dem Tier vorbei. In Punkto Geruch duerfte ich dann dem Vierbeiner in nichts mehr nachgestanden haben.

P.S. In Trongsa fiel um 6 Uhr der komplette Strom aus. Nachdem ich mit mir der Kerze in der Hand aus dem Kuehlschrank der Hotelbar etwas Fluessiges gefischt hatte, nahm ich den Oeffner und - nomen est omen - oeffente die Flasche. Es machte plopp und exakt in diesem Moment ging in der Stadt das Licht wieder an. Die Umgebung war begeistert. Vielleicht sollte ich mit der Nummer demnaechst auf Tournee gehen. Lg an H1.