Samstag, 11.10., Trongsa
11. Oktober 2008


Bis nach Trongsa sind es rund sechs Stunden Fahrt, Pausen und Abstecher nicht eingerechnet. Zumindest verspricht es ein sonniger Tag zu werden, als wir den 3.050 m hohen Dochu La erreichen. Entlang des Paro Chu Flusses sind die Bauern fleißig bei der Reisernte. In mühsamer Handarbeit werden die goldgelben Ährenbüschel geschnitten, zum Trocknen ausgelegt und danach teils halbmaschinell mit einer rotierenden mit Haken versehenen Trommel, teils noch von Hand gedroschen. Es gibt ja so viele verschiedene Sorten Reis, besonders beliebt ist in Bhutan der rote Reis. Besonders wundert mich, wo denn die Feuchtigkeit nzum Reisanbau herkommt, denn die Felder sind als Reisterassen angelegt. Also was lag nahe, als selbst einmal zu testen. Ich springe in ein Reisfeld -- das schottische Moor ist eine Trockenzone dagegen.

Die Wanderung fuehrt zu einem unspektakulaeren Kloster, wo wiederum vor den toren das Gluecksspiel dominiert. Wenn man hier eine elf mit drei Wuerfeln wirft, dann erfuellt sich ein vorher geauesserter Wunsch. Ich habe drei Versuche und im zweiten Versuch schaffe ich tatsaechlich eine elf. Jetzt bin ich aber mal gespannt ...

Von der Weiterfahrt durch die Berg- und Tallandschaft wird mir schlecht, zudem schwebt wieder mal vor den heiligen Bergen Bhutans ein Wolkenband, so dass die 7.000er und schließlich der Gangkar, mit 7.497 m der höchste, sich nur kurzzeitig blicken lassen. Foto fehlanzeige. Also machen wir eine Pause in Wangdue, ein kleiner Markt lädt zum Einkauf von frischen Obst und Gemüse ein. Am Wegesrand blüht blauer Mohn in voller Pracht und jede Menge Kakteen. Ein weiterer abstecher fuehrt ins Phobjika Valley, wir wandern mal wieder zu einem Kloster. Alledings findet auch hier ein Festival statt, was wir aber erst morgen auf der Rueckfahrt besuchen werden. Unterwegs wieder ein Toyota Konvoi. Diesmal was der Premier Minister. Bald kenne ich die ganzen Machthaber hier.

Von hier stehen noch 5 Stunden Fahrt über den 3.390 m hohen Pele La bevor.  Die Fahrt zieht sich, aber noch zweimal machen wir einen Stop. Zunaechst ein Risenvieh auf der Strasse, es ist ein Yak. Wir halten und ich steige aus. So was bekommt man so schnell nicht mehr vor die Linse. Da ich nicht weiss, ob der Zeitgenosse guter Laune ist, naehere ich mich langsam. Freund Yak juckt das alles recht wenig und ich bekomme schoene Schnappschuesse. Als sich dann sage, tschuess mein Freund, blickt der Mich an nach dem Motto was will der bloede Tourist von mir und verschwindet im Dickicht. Das war Timing ...

Kau ein Kilometer weiter betreiben so zehn Buthanesen ihren Nationalsport - das Bogenschiessen. Dabei ist eine rund 150 Meter entfernte, ziegelsteingrosser Kreis zu treffen. Alle Achtung, zumal das ganze noch mit Unmengen von Fosters Bierbuechsen begleitet wird. Und als dann einer mal tatsaechlich trifft, ist wieder Biernachschub faellig. Wo die anderen Pfeile hingeschossen werden, will ich gar nicht wissen.

Im Dunklen kommen wir an, den Blick auf den gewaltigen Dzong von Trongsa werden wir erst morgen früh erleben. Was dann allerdings noch am abend passiert ist, dass toppt alles, dazu aber erst im morgigen Tagebuch, ich muss jetzt mal weiter.


Auf den Festivals hoert man meist nur ernste religioese Musik. Was auch nicht verwunderlich ist. An jedem Berghang steht die Abneigung gegen modernere Toene auf Schildern zu lesen: Beware of Rolling Stones. Vorsicht vor den Rolling Stones. Lg an H1.