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Mittwoch, 10.10.,
Von Copacabana nach La Paz
10. Oktober 2007
Faulenzertag. Da mein Bus nach La Paz erst um 13.30 Uhr abfaehrt, schlafe ich heute aus. Um 11 Uhr probiere ich noch einmal, Briefmarken fuer meine Postkarten zu bekommen, doch die Postmitarbeiterin bleibt stur. Nach einer Generalinventur ihres 2 qm grossen No-Service-Bereichs entdecke ich doch etwas markenaehnliches, doch sie rueckt partout nichts raus. Wir streiten etwa 10 Minuten ueber den Erwerb ganzer 6 Marken, sie in Spanisch oder Aymara (was weiss ich), ich in einem Mix von Englisch und extrem gebrochenen Spanisch. Vermutlich hat keiner verstanden, was der andere sagte und am Ende stehts 1:0 fuer Bolivien. Denn ich ziehe ohne Marken ab.
Der Bus nach La Paz ist puenktlich und so geht es unspektakulaer die 170 km in die groesste Stadt Boliviens. Bei San Pedro muessen wir mangels Bruecke aussteigen. Mit einer Nusschale schippert man uns ueber den Titicacasee, der Bus folgt auf einer klapprigen Holzbrettfaehre. Als ich sehe wie der Kahn eines vorhergehenden Busses Schlagseite bekommt, nehme ich meinen Lesestoff doch lieber mit aus dem Bus - man weiss ja nie.
Angekommen in La Paz. Wenn man diese Stadt sieht, bleibt einem erstmal der Atem weg. Dazu ist zum einen die duenne Luft verantwortlich, denn La Paz liegt ca. 3600 m ueber Null in einem Canyon, der Stadtteil El Alto, ueber den man reinkommt an den Haengen des Canyons bis ueber 4100 m hoch. Zum anderen natuerlich der tolle Blick, in den die Stadt eingebettet ist. La Paz ist eine quirlige Stadt, ueberall Maerkte und die allgegenwaertigen indianischen Marktfrauen mit ihren 1000-schichtigen Roecken und ihren Bowlerhueten. Diese Huete tragen die Damen seit ueber 100 Jahren. Ein Englaender wollte sie im 19. Jh. an die Herren der Schoepfung verkaufen, die waren nicht zu begeistern. Doch der pfiffige Englaender gab nicht auf und erzaehlte den Damen, das sei gerade der neueste Schrei in Europa. Seitdem traegt in Bolivien (wie auch in Peru) die Dame Hut.
Es ist jetzt kurz nach 22 Uhr und ich bin langsam muede. Ein Bierchen noch beim "Reinecke Fuchs", einer deutschen Kneipe in der Naehe des Hotels, und dann nichts wie ins Bett.
P.S. In La Paz angekommen, meint der Busfahrer angesichts er extrem sauerstoffarmen Luft: "Ganz langsam gehen und unnuetze Bewegungen vermeiden. Das machen hier alle so, besonders bei der Arbeit." Lg an H1.