Mittwoch, 08.10., Thimphu
08. Oktober 2008


Wir sind in Thimphu, Sightseeing ist angesagt. Thimphu ist ein relativ neues Staedtchen, im Tal gelegen und von gruenen Bergen umgeben. Nebenbei seit 1955 die Hauptstadt des Landes. Zunaechst gehts zum Tashichoe Dzong, dem heutigen Regierungssitz. Im Dzong sind der Thronsaal des Königs, die Ministerien sowie das grösste Kloster des Landes untergebracht.  Im Zentrum der Stadt befindet sich eine riesige Stuba, siw im Gegensatz zu anderen Stupas eine Kapelle beinhaltet, in der der der tantrische Buddhismus in seiner Vielschichtigkeit dargestellt wird. Verschiedene weitere Kloester sind sehr interessant, innen derart bunt, dass selbst der farbigste Papagei es gerade noch auf den Status einer grauen Maus bringen duerfte. Leider kann man von innen nicht fotografieren, doch ich werde versuchen ein paar anderweitige Bilder in die Slideshowns einbauen. Man muss die bilder gesegen haben, um die Einzigartigkeit dieser Kloester wirklich erkennen zu koennen. In einem Frauenkloster wird gerade gebetet, auch sehr beeindruckend. Noch beeindruckender, dass dem Herrn unzaehlige Chipdtueten und Schokoriegel geweiht und gespendet werden, die Firma Chio Chips haette sicher auch ihren Gefallen daran, wenn deren Tueten als Gabe fuer den Klingelbeutel angenommen werden wuerden.

Auch wenn man überall im Land mit der Religion konfrontiert wird, bietet Thimphu noch viel mehr. Gerade der Wochenmarkt gibt Gelegenheit, das Land und seine Menschen kennen zu lernen. Hier erfahren wir auch mehr über “Doma”. Das Kauen von Betel ist weit verbreitet. Auf den Konsumenten soll es eine berauschende Wirkung haben. Habe es nicht probiert, der bhutanische Doppelbock von gestern hatte die gleiche Wirkung.

Auch das Kunsthandwerk ist sehr vielfältig. Neben gewebten Stoffen, Holzskulpturen ist es vor allem das handgeschöpfte Papier, das weit über die Landesgrenze hinaus Bekanntheit erlangt hat. Grundlage für die Papierherstellung ist die Rinde von so genannten Daphne- bzw. Edgeworthia-Sträuchern. Die Rinde wird zu einem Brei zerstossen und anschliessend gekocht. Ich war bei der Produktiondabei und konnte hautnah erleben, wie Tsasho, eine Papiersorte, die man nur in Bhutan kennt, hergestellt wird. Dabei wird der Papierbrei auf einem aus dünnen Bambusfasern geflochtenen Rahmen verteilt. Die hierbei gewonnen Blätter werden anschliessend gestapelt und das Wasser ausgepresst. Schone Waren aber leider seht teuer.

Thimphu kann man in einem dreiviertel Tag netdecken. Es hat den Charme einer Kleinstadt - fast so wie in Grossheubach, und das ist durchaus positiv gemeint. Nach verschiedenen kleinen Museen mache ich mich selbstaendig, gehe in der Post noch ein Paar Karten und Briefmarken besorgen und werde jetzt etwas herumbummeln.

Die Kneipenszene ist nicht gross, aber interessant und man trifft Abends neben Touristen noch Einheimische oder Amerikaner die hier als Lehrer etc. arbeiten. Meist ist zwar alles aus, gestern alles was mit Ei zu tun hatte, heute alles Huhn, aber das Curry schmeckt auch so.

Werde heute Abend meine Postkarten schreiben, da sie sonst erst wieder wochenlang nach meiner Rueckkehr ankommen werden.

P.S. Der Sage nach ist das Takin, das Nationaltier der Bhutanesen, auferstanden, indem ein heute Heiliger den Kopf einer Ziege an das Skellett einer Kuh gelegt hat. Das Tier erstand auf und sieht heute in der Tat wie eine Mischung aus Ziege und Kuh aus. Die Oberhessen kennen eine solche Kreation aus zwei Tieren auch. Es ist der allseits bekannte Saeuhund. Lg an H1.