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Samstag, 04.10., Darjeeling
Das Himalayan Mountaineering Institute hat ein nettes Museum historischer Bergsteiger-Utensilien sowie viele Bilder der unterschiedlichsten Expeditionen. Hier werden auch Kurse angeboten, wie man 8000er besteigt. Aus nachvollziehbaren Gruenden habe ich mich allerdings nicht angemeldet. Direkt daneben der Himalayan Zoological Park. Ist nicht sehr spektakulaer, man sieht aber eine reihe Vierbeiner, die den Himalaya bevoelkern wie den tibetischen Tioger, den Schneeleoparden und dann was ganz besonderes: den "Red Panda".
Darjeeling. Sagenhafte Ausblicke mit Sikkim im Norden, Bhutan im Osten, Nepal im Westen und im Sueden die bengalische Tiefebene. Man sollte die ganze Silhouette der 8000er mit dem 8600 m hohen Kanchenjunga direkt vor der Nase erleben koennen. Also heisst es um 3.30 Uhr aufstehen, irgendwo auf der Strasse einen Jeep anhalten und nichts wie zum 13 km entfernten Tiger Hill duesen. Dort - so die Sage - erlebt man einen unvergesslichen Sonnenaufgang, der die mächtige Himalaya-Kette in goldenes Licht taucht.
Denkste. Darjeeling gleicht einem einzigen Nebelmeer. Rund 1000 Leute sind gekommen, nur um sich dieses Schauspiel anzusehen, und sie sehen buchstaeblich nichts. Nur ein kurzes mal blinzelt der Kanchenjunga hervor, und in dem Moment spricht meine Kamera das Todesurteil eines jeden Fotografen "Batterie leer". Mehr oder weniger emotioslos duesen die Sonnenaufgangspilger wieder zurueck Richtung Darjeeling.
Nach einem Hotelfruehstueck, das ich angesichts der guten Cafes in der Stadt erstmal fuer die beiden kommenden Tage gestrichen habe, suche ich mir fuenf Punkte in der Umgebung aus, die ich dann der Reihe nach mit dem Jeep abklappere.
Weiter wollte ich mit der Seilbahn, aber da viel gerade der Generator aus. Nichts besonderes, wie man mir sagte. Vermutlich haette ich dann den ganzen Nachmittag im Nebel herumgeschwebt, wenn der Generator auf halber Strecke talwaerts einen Stopp eingelegt haette. Also gehts zur Teeplantage wieder mit dem Jeep. Man kann hier wirklich viel sehen und auch riechen. Die Arbeiter erklären die verschiedenen Arbeitsschritte. Zwei Sachen sind mir ganz speziell in Erinnerung geblieben: Tee wird in 2 Tagen produziert, vom Pflücken bis zum Verpacken des fertigen Tees, und gepflueckt und Verpackt (die Folie wird an eine Flamme gehalten und mit der Hand versiegelt), sprich gearbeitet, wird hier ausschliesslich von Frauen.
Abschliessend noch ein kurzer Stopp im tibetischen Fluechtlingszentrum. Dort werden alle moeglichen Waren hergestellt und verkauft. Den Rest des Nachmittags verbringe bei englischem Nebel in der Stadt und auf einigen Wanderwegen. Alles etwas schwierig, denn der Stadtplan im Lonely Planet ist eine Zumutung. Bei meinem dann noch sonderlich unterentwickleten Orientierungssinn war das Chaos vorprogrammiert. Denn die Gassen sind unglaublich steil und eng, durch Treppen miteinander verbunden und einander sehr aehnlich.
Jetzt gehts noch was essen und dann wieder in Joe's Pub.
P.S. Noch mal zurueck zu meinem nicht vorhanden Orientierungssinn. Da es hier nur eine richtige Travellerkneipe gibt - Joeys Pub, Marke Studentenetablissement - mache ich es am besten wie Haensel und Gretel. Hoffentlich frisst mir aber keiner der unzaehligen Strassenhunde die Brotkrumen weg. Lg an H1.
| 04. Oktober 2008 |