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Mittwoch, 03.10., Machupicchu
03. Oktober 2007
Der Tag beginnt frueh. Zunaechst und wider Erwarten liegt bei der Rueckkehr ins Zimmer ein Zettel unter der Tuer. Treffen 6 Uhr am Kiosk in Machupicchu. Klingt gut, heisst aber um 5 Uhr aufstehen. Na gut denke ich, zumindest klappt das mit dem Guide. Schlafen kann man sowieso nicht, der Duschhahn laeuft pausenlos und das Hostal scheint wohl auch die beliebte Zentrale der oertlichen Moskitos zu sein.
Bereis um halb sechs herrscht ein unbeschreibliches Treiben an der Busstation. Mit einem der ersten Busse geht es die 10 km der Serpentinen entlang nach Machupiccu, der sagenumwobenen Inkastadt auf etwa 2400 m Hoehe. Die Lage der Ruinen inmitten steil aufragender Berggipfel und einer saftig gruenen Vegetation ist grandios. Doch das Feeling vor Angkor Wat, dem Taj Mahal oder der Felssenstadt Petra - es stellt sich nicht ein. Die Stadt selbst wurde erst um 1920 entdeckt, die Spanier hatten sie auf ihrem Trip, die Inka Kultur zu zerstoeren, schlichtweg vergessen. Auch heute weiss man gemeinhin nich nicht, zu welchem Zweck die Stadt diente, wer genau hier wohnte, und warum die Einwohner die Stadt verlassen haben.
Doch Miguel, unsere Reisefuehrer bringt uns zumindest die Inkakultur nahe, wobei man immer wieder auf die Symbole der heiligen Tiere wie Lama, Condor und Puma stoesst. Bereis um 8.30 Uhr endet die Fuehrung und uns bleibt der Rest des Areals ueberlassen. Ploetzlich stehen wir vor dem Tor zum Wayna Picchu, der alles ueberragende Berg neben Machu Picchu. Man soll es kaum glauben, aber man kann den Berg angeblich ohne Muehe besteigen. Meine beiden Damen im Schlepptau, die am Tag vorher noch keine zehn Stufen ohne zu Jammern zu bewegen waren, konnten es kaum abwarten, den Gipfel zu besteigen. 1470 Treppenstufen schlechtester Qualitaet ging es hoch. Teilweise an engen Seilen, an denen man sich hochhangeln musste. Oben wars zwar atenberaubend schwindlig, doch die nebligen Witterungsverhaeltnisse liessen lediglich Bilder zu, die man auch auf dem Balkon zu Hause haette schiessen koennen. Nicht zu vergessen, die 1470 Stufen durften auch noch Richtung Sueden hinuntergetrabt werden.
Nach einem weiteren 90-minuetigen Trip die Serpentinen entlang ins Tal waren wir wieder in Aguas Calientes und ziemlich muede, wie man sich vorstellen kann. Noch ein Sprung rueber zum farbenpraechtigen Indigena Markt und dann bis zur Bahnabfahrt erstmal in ein Restaurant. Das lag an den Gleisen und wir dachten, wo der Zug bei der Hinfahrt haelt, da faehrt er auch bei der Rueckfahrt ab. So zwei Minuten vor Abfahrt werde ich misstrauisch und frage, ob das da herumstehende Gefaehrt denn unser Zug sei. Doch der fuhr zu unserer aller Ueberraschung rund 250 m weiter an einem ganz anderen Ort ab. Nun hiess es spurten. Die Pass- und Fahrkartenkontrolle wurde gaenzlich ignoriert, und so erreichten wir den Zug gerade noch so. Die Girls zuerst - man ist ja Kavalier - und ich durfte dann noch auf den anrollenden Zug aufspringen.
P.S. Sichtlich erschoepft, hatte ich einen Platz auf einem Vierersitz, der allerdings schon zu 99 Prozent belegt war. Luft zum Atmen hatte ich nicht, denn dort sassen drei Damen, die Figur a la Monserrat Caballe. Und so schnauften gleich zwei: Die Lok den Berg hinauf und ich auf meiner 1 Prozent Sitzplatz-Freiflaeche. Lg an H1.