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Freitag, 03.10. Bagdogra - Siliguri - Darjeeling
Heute ist so ein Tag, wo man Morgens nicht weiss, wo man Abends landet. Es ist die Anreise nach Darjeeling, dem einen oder anderen auch vom Teeanbau her bekannt, das Tor zu Sikkim und am Fusse des Himalaya, oder um genau zu sein des 8600 m hohen Kanchenjunga gelegen. Leider ist es bei Ankunft um 7 Uhr schon dunkel, so dass man herzlich wenig von der Bergwelt sieht.
Rund zehn Stunden hat die Anreise gedauert. Allein fuer die acht Kilometer zum Flughafen in Delhi haben wir rund 90 Minuten gebraucht, weil wieder mal ersichtlich ist, dass der Straßenverkehr in Indien nichts mit dem zu tun hat, was man gemeinhin in Deutschlad darunter versteht. Zunaechst mal der Linksverkehr, aber das interessiert hier auch niemanden. Auf einer zweipurigen Strasse mit kleinen Ausbuchtungen tummeln sich hier die Autos, Fuhrwerke, Mottorraeder und LKWs fuenfspurig, hoechstens mal unterbrochen von einer Kuh - die hat hier immer Vorfahrt. Es gibt zwar Ampeln, diese werden aber nicht beachtet. Generell gilt, gefahren wird dort, wo Platz ist.
Auf dem Flughafen von Delhi herrscht ein unbeschreibliches Chaos, was auch dadurch nicht besser wird, dass die Anzeigetafeln keine Gates anzeigen. Also Augen auf, bevor der Flieger mit dem Gepaeck hinwegrauscht. Rund 1500 km geht es ueber Guwahati nach Bagdogra. 35 Grad im Schatten, schwuel, die Frisur haelt ... (siehe Tagebuch von gestern).
Ich suche ein Taxi nach Siliguri, was auch promt kommt. Die 12 km werden dann allerdings wieder zur Geduldsprobe. Vorbei am typischen indischen Landleben mit unzaehligen bunten Staenden an der Landstrasse muss der Fahrer erstmal zwei Freunde mitnehmen und absetzen. Es folgt ein Umweg zur Tankstelle und als ich dann endlich dachte, das wird schon knapp mit dem Bus nach Darjeeling, gibt der Motor seinen Geist auf. Ich lasse meinem Freund Taxifahrer alleine, haette ihm sowieso nich helfen koennen. Stattdessen erbarmt sich ein kleiner Transporter, der mich fuer ein paar Rupien nach Siliguri, einem quirligen, aber vollkommen ueberfuellten Handelsstaedtchen, mitnimmt. Dort habe ich Glueck. Eigenlich wollte ich einen Bus oder Jeep nehmen, aber dort pfercht sich auf geringstem Platz alles zusammen, was Beine hat. Vier oder zwei, je nach Wahl. Gegenueber winkt ein Fahrer, der mich die 3 Stunden Fahrt fuer ganze 400 Rupien, so um die 6 Euro, nach Darjeeling bringt. Schnaeppchen, wuerde Herr Brueckmann jetzt sagen.
Entlang an steilen Felsruecken, umgeben von Teeplatagen ist es ein interessanter Trip. Das Praedikat atemberaubend, wie im Reisefuehrer angekuendigt, muessen wir uns aber wohl fuer andere Tage aufheben. In Darjeeling stehen die Leute frueh auf und um 8 Uhr abends schliessen die Geschaefte, auch die Internetcafes. Also stuerze ich mich noch etwas ins Getuemmel, vermutlich in einen Pub, denn morgen will ich den Kanchenjunga sehen. Heisst 3.45 Uhr aufstehen.
Viele Gruesse und ein schoenes verlaengertes Wochenende.
P.S. An jeder Ecke hier gibt es Lassi. Aber keinen Collie, sondern eine indische Joghurtlimo. Gewoehnungsbeduerftig. Lg an H1.
| 03. Oktober 2008 |