Mittwoch 01.10. / Donnerstag 02.10. Delhi



Das Drama fing schon in Dorn-Assenheim an. Nach der Rueckkehr aus London um 3 Uhr Nachts musste ich am folgenden Morgen noch fix zur Stadtverwaltung und hatte einen Termin im Kindergarten. Zeit zum Packen blieb also nicht viel. Also nichts wie zum 11.20 Uhr Bus, nur der kam nicht. Stattdessen aber ein etwas entfernter Nachbar, der noch das eine oder andere Problem besprechen wollte. Dass der 17 kg Rucksack darauf haette schliessen lassen koennen, dass ich die komemnden Tage mich um wenig kuemmern konnte, stoerte da nicht. Lange Rede - kurzer Sinn. Wir redeten und der Bus kam nicht. Warum ? Es sind Herbstferien, was mir als Fahrplanproduzenten eigentlich bewusst gewesen sein muesste - aber man kann ja nicht alles wissen. Weniger als eine Stunde vor Abflug kam ich am Flughafen an und musste noch bis zum Gate C13 laufen, was so in etwa die Entfernung von Dorn-Assenheim nach Weckesheim ist. Na ja - mangles Schlaf der letzten Wochen und dem Stress am Abflugtag habe ich vom Flug nicht viel mitbekommen. Haette ich auch so nicht, denn der TV-Screen war gerade ueber meinem Platz installiert und der folgende bei meiner Sehstaerke sowieso nicht mehr wahrnehmbar.

Ankunft Delhi. Donnerstag 0.45 Uhr. Es ist das zweite Mal, dass ich um eine solche Uhrzeit in der indischen Hauptstadt lande und die Taxifahrt entspricht der von vor 5 Jahren. Im Dunklen geht es durch Wiesen und Waelder, der Taxifahrer hat keine Ahnung wohin ich will und sein Englisch ist noch schlechter als mein Hindu. Nach ca. einer Stunde haben wir es dennoch geschafft, in Delhi ist Nachts noch allerhand auf der Strasse los, schliesslich hat die Stadt mehr als 14 Millionen Einwohner.

Der erste Tag ist Schnell erzaehlt. Ich habe bis 14 Uhr geschlafen. Als ich dann um halb drei das Hotel verliess, musste ich erst mal sehen, wie ich morgen nach Bagdogra komem, das ist so 1500 km von Delhi entfernt. Busse brauchen hier viele Tage also suche ich das Buero der Jet Airways. Gefunden hatte ichs auch, nur vorn hing ein Schild, dass mal gerade eine Woche beginnend ab heute dank des Geburtstags des Herrn Gandhi geschlossen ist. Das erinert mich an die Suche nach dem Office der Thai Airwys, das gerade in die Luft geflogen war, als ich dort einen Flug buchen wollte. Fuer die Mitarbeiter war die Jet Airways Variante sicher die angenehmere, fuer mich kams auf gleiche. Na ja - ich habe dann doch noch einen Flug gefunden.

Also nun ins Chaos von Delhi. Ich mochte die Stadt schon beim letzten mal nicht, zu gross, zu viel Laerm und Smog. Per Motorrikscha gehts zum Roten Fort. Das laeuft dann so ab, dass man einem lebensmueden Kamikaze-Fahrer ausgeliefert ist, der sich mit diesem Gefaehrt, zwischen Bussen, Lastwaegen, Autos usw. durchdraengelt um auch ja mit dem Vorderrad mindestens 5 Zentimeter vor dem Nebendraengler zu stehen. Denn fahren konnte man das eh nicht nennen.

Die Staus werden meistens hervorgerufen von mueden heiligen Kuehen, die sich zwischen diesem hupenden Chaos ganz gerne mal ein Nickerchen goennen. In der wenig verblieben Zeit mache ich noch einer Abstecher nach Jama Masjid, der groessten indischen Moschee, zum Mahatma Gandhi Gedenkmal und dem Quatab Minarett, einem 71 Meter hohen Sandsteinturm aus dem 13. Jahrhundert. Abends bin ich noch mit der Fahrradrikscha ein bisschen auf Tour gewesen. Die Bazare von Old Delhi und das Backpacker Viertel Pahar Ganj. Zum Schluss mit der U-Bahn nach Karol Bagh.

P.S. Mangels Zeit hatte ich in Dorn-Assenheim das Haare schneiden vergesen, also mal flugs zu einem indischen Strassenfriseur. Waehrend man zu Hause so in etwa sagt: Kannst Du vielleicht gerade mal kurz ..., ist das hier eine Riesenaktion, die rund 45 Minuten dauert. Zu guter Letzt kommt dann noch eine heilige Kuh vorbei und schleckt die Haare auf.  Entsorgung auf indisch. Na denn Mahlzeit ! Lg an H1.





01./02. Oktober 2008