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Donnerstag, 27.09., In den Anden nach Huancayo
P.S. Lamas habe ich in den Anden noch keine gesehen. Die sind wohl versteckt. Hinter den sieben Bergen bei den sieben ....
Heute heisst es schon um 5.15 Uhr aufstehen, doch das ist kein Problem. In Deutschland ist ja gerade Mittagszeit und der Jetlag tut sein Uebriges. Fruehstuecken, Auschecken und dann nichts wie weg in die Anden. In den 24 Stunden in Lima bin ich sicher kein Limeno geworden und es dauert noch eine geschlagene Stunde, bis die Atemluft etwas besser wird. Mittlerweile verspuere ich sogar schon einen anhaltenden Raucherhusten durch den extremen Lima Smog, der noch heute Abend anhaelt.
In den kommenden drei Tagen heisst es die Landschaft der Zentralanden kennenzulernen. Schon 130 km von Lima entfernt entlang an mehreren hundert Meter hohen Felswänden erblickt man die leicht schneeverhangenen ersten 5000er. Parellel zur Busstrecke verlaeuft die hoechst Bahnstrecke der Welt, ueber 4700 m verlaufen die Gleise. Doch ausser Beuecken und Schienen gibt es keine dampfende Lok zu sehen, der Betrieb ist weitgehend eingestellt. Kein Problem, per Bus erreiche bekommt man das gleiche Panorama zu sehen und nach rund drei Stunden erreichen wir den Anticona Pass in einer Hoehe von 4818 m. Danach geht es wieder bergab durch ein enges, aber abwechslungsreiches Gebirgstal. Hier beginnt eine augesprochen gruene Vegatation, ueberall auf den Feldern sieht man die Andinos bei der Feldarbeit, waehrend der eine oder andere Esel lustlos am Strassenrand dahinfaulenzt.
Die Luft ist mittlerweile etwas duenn und ich etwas blass geworden, doch angesichts der Landschaft nimmt man dies gerne in Kauf. Kurzer Zwischenstopp in Jauja mit zwei mehr oder weniger bedeutenden Ereignissen: Unser Bus rammt eine Ziege (Riesenauflauf, aber das hat der Ziege auch nichts mehr genuetzt) und ich gewinne beim Busbingo (wird zur Unterhaltung der Passagiere vom Busunternehmen veranstaltet) eine Flasche Inka Cola. Es ist ein ziemlich suesses Gesoeff - ich werde noch blasser.
Nach sieben Stunden Busfahrt die Ankunft in Huancayo, einem kleinen Handelsstaedtchen. Viel zu sehen gibst hier nicht, ich besuche eine Kirche, schlendere die Hauptstrasse entlang und esse zu Abend. Die Auswahl ist beschraenkt, alles Pollerias - Haehnchenbratereien. Ich bekomme ein Halbes mit Pommes und Salat fuer umgerechnet 75 Cent. Hier koennte ich oefters herkommen, die Peruanischen Gewuerze sind zu empfehlen. Am Bahnhof besorge ich mir noch ein Ticket fuer die morgige Bahnfahrt. Ziemlich dunkles Viertel, an allen Ecken wird Muell verbrannt und zwischendrin steinalte Bananen angeboten. Es ist das andere Huancayo - Menschen unter dem Existenzminimum.
Schoenes Wochenende nach Deutschland.
27. September 2007