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Mittwoch, 26.09., Lima
5.30 Uhr - ich bin schon wach. Zunaechst die erste Ernuechterung - kein Handy oder E-Mail Empfang. Wenn das in der Hauptstadt schon nicht klappt, dann steht fuer den Rest der Reise wohl Ruhe pur auf dem Programm.
Lima, was soll ich dazu sagen? Ich habe den Tag hier eigentlich nur eingeplant, um einiges organisatorische zu erledigen. Leider ist hier nichts organisiert und so kann man auch schwer etwas erledigen. Der Verkehr ein Albtraum, oeffentliche Nahverkehrsmittel ein Wunschtraum. Leider kannte sich der Taxifahrer dann auch nicht aus und so hatte ich schon am fruehen Morgen meine Stadtrundfahrt absolviert. Das günstigste Fortbewegungsmittel ist nun mal das Taxi. Sehr preiswert, wenn man den Preis vor der Fahrt vereinbart, allerdings je nach Mut bzw. Risikobereitschaft des Fahrers ein atemberaubendes Abenteuer. Die 25 klerikalen Abziehbildchen im Wageninneren, da war ich mir sicher, hatten sicherlich schon einiges an Schutzengelaufgaben fuer meinen Fahrer wahrgenommen.
Um die Mittagszeit hatte ich eine Verabredung mit Rima (also die Rima aus Lima - kein Witz, die Redaktion), wollte mein Flugticket von Ayacucho nach Cusco abholen. Zwei Wochen mailten wir im Ausgust hin und her, bis eine erfolgversprechende Nachricht auf meinem Monitor erschien. Doch Rima war nicht da und die Damen im Office sprachen so gut Englisch wie ich Spanisch, was nunmehr laengerer Verhandlungen bedurfte. Am Schluss und nach vorheriger Reparatur des Ticketdruckers hatte ich mein Ticket und die erste Bewaehrungsprobe bestanden. Dass die Taxifahrer hier Orientierungsprobleme haben, war mir ja nun bekannt, und so wunderte es mich auch nicht, dass ich zwecks Erwerb eines Bustickets nach Huancayo am Cargo Schalter abgesetzt wurde.
Und Lima ? Repräsentatives kann hier nicht erscheinen, ich selbst wuerde eher einen grossen Bogen drum machen. Das Hotel liegt in Miraflores, so etwas wie der neue hippe Teil der Stadt. Der Stadtteil liegt auf einem Cliff, vielleicht 50 oder auch 100 Meter hoch, dass dann direkt am Meer steil abfällt. Costa Verde oder Gruene Kueste nennt sich der Abschnitt, viel davon merkt man nicht. Aber immer noch besser als der Rest der Stadt, wo die Natur den Kampf gegen Schutt und Beton schon laengst verloren hat.
Das Stadtzentrum ist eher so, wie in vielen anderen lateinamerikanischen Hauptstardten, mit Palaesten, neuen und alten Buerogebaeuden, vielen Leuten auf der Strasse. Nach drei Stunden kehre ich nach Miraflores zurueck, ich habe alles gesehen. Da war zunaechst der pompoese Plaza Mayor mit der Kathedrale und das auf Francisco Pizarros Residenz erbauten Regierungsgebäude, wo es gerade einen Wachwechsel mit der Regierungskapelle mit Pauken und Trompeten zu bestaunen gab. Allerdings hinter einem sicheren Zaun, so dass man kaum was sah. Alles Weitere wie die unzaehligen hoelzernen Balkons erklaeren und zeigen besser die Bilder in der Slideshow. Am Nachmittag beschaeftige ich mich noch mit der spanischen Inquisition in Peru und dem Goldschmuck der Inkas und ihrer Vorfahren.
Der viele Verkehr in Lima macht den Atemwegen schon ganz schoen zu schaffen und nahe der Hauptverkehrsstrassen kann einem schon mal schlecht werden von den ganzen Abgasen. Subjektiv koennte man meinen, man atmet hier in 2 Tagen die gleiche Menge an Giftstoffen als in Frankfurt in einem ganzen Jahr.
P.S. Deshalb pflege ich die Bilder von heute auch erst morgen ein - ich habe da eine wunderbare Bar entdeckt, da sitzt man auf Kaffeesaecken und da geh ich jetzt erstmal rein.
| 26. September 2007 |