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Donnerstag, 22.05, Marrakech und Essaouira
Am Morgen zunaechst die erste Ueberraschung. Gestern auf der Djeema-El-Fna hatte mich doch eine dieser unverwuestlich penetranten Henna-Taetowiererinnen verfolgt und mir schneller als ich das ueberhaupt wahrnehmen konnte, einen handgrossen Skorpion auf die Haut gemalt. 15 Euro wollte die Gute dafuer auch noch haben, bis auf 1,50 Euro konnte ich sie noch herunterhandeln. Nunmehr war das gestern noch orangene Prachtstueck urploetzlich schwarz. Jegliches schrubben half nichts, zumindest habe ich das Henna bis auf die Grundfarbe wieder wegbekommen und werde die Restgrundierung wohl noch einige Wochen zur Schau tragen duerfen. In Marrakesch selbst stand heute das feudale Viertel auf dem Programm. Zunaecht das wetlaeufige Gruen der top in Schuss befindlichen Orangenhaine und blumengaerten, dann der Koenigspalast oder auch Palais de la Bahia genannt. Der Komplex ist riesig, aber nur zu einem Teil fuer die Oeffentlichkeit geoeffnet. Auch wurde meine Kamera konfisziert, weil ich trotz Fotografierverbot doch zu weit in die koeniglichen Gemaecher geklickt hatte. Die vielen Zimmer des Palastes waren auch erforderlich, wohnte doch hier der Sultan mit vier Ehefrauen und 24 Konkubinen. Wieviele Kinder aus diesen Beziehungen entstanden sind, darueber schweigt des Chronisten Hoeflichkeit. Vermutlich uebersteigt dies die Zahlen des arabischen Nummernsystems. Um 13 Uhr geht der Bus nach Essaouira. Eine unspektakulaere Fahrt durch die Auslaeufer der Wueste, wobei der Anteil der Pausen deutlich hoeher als die Fahrtzeit ist. Im Hafenstaedtchen Essaouira dann die naechste Ueberraschung. Im mir waermstens ans Herz gelegte Hotel Casa del Mar wusste das Personal von meiner Reservierung rein gar nicht und die Chefin schlief irgendwo und war nicht wach zu bekommen. Da das Personal kein Englisch sprach und mein Franzoesich keine zehn Worte umfasst endeten die Verhandlungen uber ein Zimmer relativ schnell erfolglos und ich zog wie einst Maria und Josef von dannen. Allerdings fand ich auch die 75 Euro fuer die Nacht extrem happig. Um die Ecke fand ich eine Herberge fuer exakt 6 Euro, der Service entsprechend. Essaouira ist ein schickes Hafenstaedchen in einer locken Atmosphaere und einer Bilderbuch festung. Die authentische, aber aufpolierte Medina erinnert an die Backpackerparadiese wie Vang Vieng ind Laos oder das indische Jaisalmer. Ueberall bunte Gschaefte und geschaeftiges Treiben und die vielen Ateliers und Kuenstler oder Kunsthanbdwerker machen sofort sichbar den Charme des Staedtchens als kleine Kunstmetropole aus. Zwischen Mauern und Tuermen vesteckt sich ein Labyrinth aus engen Gaesschen, weissen Haeusern und blauen Tueren und Fensterrahmen. Ueber haupt ist die Stadt ein Meer in blau und weiss, sogar das Pflaster der Buergersteige hat weiss-blaue Wellenlinien. Am Abend gehts in den Hafen mit seiner Piraten- unnd Stoertebeckeridylle. Allein 8 mal wird wird mir Hasch angeboten, kein Wunder -- kiffte hier doch schon Jimmy Hendrix jahrelang. Beim neunten Angebot ist es schon ziemlich duster und der Rueckweg angesagt. Im Le 5 mit seinem dunkellila Ambiente und den gigantischen Lampenschirmen gibt es noch einen Absacker. Da in Essaouira um 22 Uhr langsam die Lichter ausgehen, packe ich mein Buendel und ziehe mich in mein 6 Euro-Koerbchen zurueck. P.S. Essaouira ist ein Meer in blau und weiss, ob Haeuser oder Buergersteig. Doch das passende Ausflugsziel fuer den TSV. Soweit ich weiss, bastelt die Sibylle ja noch dran. Lg an H1.
| 22. Mai 2008 |