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Freitag, 16.05, Anreise nach Casablanca
4 Uhr in Deutschland. Aufstehen. Den Flug ueber Madrid nach Casablanca vergessen wir mal lieber. Die Iberia kann starten und fliegen, landen ist schon eine Herausforderung und einen Service gibt es hier nicht. So vergeht die Zeitsprichwoertlich wie im Flug und mich erwartet Casablanca so wie ich es nicht erwartet hqtte -- es giesst in Stroemen. Der Zug ist in dreissig Minuten in der Innenstadt. Und dann sind wir da in der Stadt, die jeder nur mit dem Schau mir in die Augen Kleines verbindet.
Casablanca hat doch ein sehr franzoesisches Flair, suedfranzoesisch um genqu zu sein - man denkt beim ersten Blick eher an Nizza oder Marseille -- franzoesische Cafes, Boulvards und jede Menge franzoesische Architektionik. Bedeutende Sehenswürdigkeiten gibt es eigentlich nicht, bis auf die in 2002 fertiggestellte Moschee Hassan II. Herausforderung Nummer 1 ist der Verkehr, Fussgaenger sind gleichsam Freiwild und wenn dann schon einer quf dem Zebrastreifen sich verirrt, dann tritt der Monsieur im PKW erst richtig aufs Gas. Mein Versuch mich im Windscatten einer doch etwas kraeftigeren Dame ueber die 8 Spuren des Place des UN zu bewegen, endete dqmit dass ich um Haaresbreite auf der Motorhaube eines Busses gelandet waere. Touristenfuehrer sind bereits hier schon sehr penetrant, Ignorieren wird mit einem GO TO HELL beantwortet; worauf ich ebenso aufmerksam antworte WILL DO MY BEST.
Dem Bummel durch die Innenstadt geht es Richtung Hafen. Man kann die Fischer beim Entladen ihres Fanges beobachten, spaziert durch Palmengärten und erfreut sich auf der Straße an den Wasserverkäufern in ihren malerischen Kleidern.
In der Medina schaue ich dem geschäftigen Treiben in den Souks zu und gehe direkt zur schon genannten Moschee, die direkt am Atlantik liegt. Dabei soll es sich um die größte Moschee der Welt handeln, ein prunkvolles Denkmal allemal mit einem riesigen Vorplatz, unzaehligen Torboegen und Mosaiken. Wie in alle muslimischen Gebaeude darf der Nichtmuslim natuerlich nicht rein und so bleibt nur der sehr starke Eindruck von draußen.
Auf dem Rueckweg zur Medina (arabische Altstadt) trifft man ueberall fussballspielende Jungs. Eigentlich koennte Marokko bei der EM mitspielen, denkt man. Ploetzlich kommt eine Frau in tiefstem Schleier verhuellt mit einem gut 2 Quadratmeter grossem Backblech plus Gebaeck drauf um die Ecke. Der Kleine schiesst und tifft das mit gossem Geschepper in der Ecke landende Blech volley. Der Aufschrei war gross und es bestaetigt sich wieder einmal mehr ein Satz, der in jedem Flecken dieser Welt gilt: DAS RUNDE MUSS INS ECKIGE !
P.S. Sollte schon jemals ein Leser auf einer arabischen Tastatur geschrieben haben, dann kann er erqhnen wie lange diese Artikel gedquert hat. Ich werde mich daher in den kommenden Tagen kurz fassen. Lg an H1.
| 16. Mai 2008 |