Freitag, 07. Mai,  Peking



Peking, die "Verschlafene" Stadt

Das Fazit des Abstechers nach Peking gleich vorneweg: Ich habe nicht viel von Peking mitbekommen. Ursprünglich als Stop Over auf dem Weg nach Nordkorea gedacht und die Erlebnisse von 2004 im Hinterkopf wollte ich mich auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrieren. Der Flug mit der Air China verlief kurz und schmerzlos - ich habe ihn zu 90 Prozent mir verschlossenen Augen erlebt, bei dem Entertainmentprogramm auch nichts überraschendes.

Die erste Überraschunf bei der Ankunft gegen 11 Uhr: Zollkontrollen gibt es dort so gut wie keine mehr, offensichltich ist das vom Kommunismus in den extremen Kapitalismus abgewanderte Land gedanklich schon der Eurozone beigetreten. Wenn man bedenkt, welche Formalitäten bzw. der gleichen Hürden noch vor 15 oder 20 Jahren zu nehmen waren, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dafür muss man an der Passkontrolle auf einem Display seine Meinung über den Service der Grenzpolizei drücken - unter Aufsicht eines weiteren Beamten und vor dem Stemple im Pass. Das Ergebnis versteht sich von alleine - ich habe auf "very satisfied" gedrückt, man will ja schliesslich a) nicht so sein und b) über die Grenze.

An Nachmittag eine wirklich sehr kleine Stadtrundfahrt: Es geht zum Himmelstempel Park. Der liegt mitten in der Stadt und einer der wenigen noch historischen Stätten in Zentrum. Die  Anlage ist so erbaut, dass man vom Eingang kommend, gradaus immer weiter durch Häuser, Tempel, Torbögen, treppauf, treppab gehen kann und sich dann dahinter stets neue und überraschende Blicke eröffnen. Dafür sorgten schon die Chinesen, die ja auch irgendwie ihre Freizeit verbringen müssen - man lauscht musizierenden Jugenlichen und tanzenden, etwas in die Jahre gekommenen Damen. Zum Glück fordert mich nieman auf mitzutanzen - aber das findet sich später in Nordkorea.

Weiter im Zentrum Pekings liegt die Verbotene Stadt, eine eigene abgeschlossene Einheit mit eigener Stadtmauer innerhalb der Stadt. Nicht so ganz will das Mao Portrait am Eingang passen - aber die Bewsichtigung stand auch nicht auf dem Programm. Stattdesen langweilen wir uns etwas auf dem Tienamen Platz vor der Verbotenen Stadt.  Bekannt auch als Platz des himmlischen Friedens, wobei mir der Name angesichts der Ereignisse von 1989 doch etwas suspekt vorkommt. Naja, jedenfalls im Zentrum des grössten innerstädtischen Platzes der Welt steht nebm dem Mao Mausoleum das Denkmal der Volkshelden, welches mit 170 Figuren die wichtigsten Ereignisse der chinesischen Geschichte darstellt. Und zwei riesige elektronische Wandtafeln, die whol im Zuge der Olympischen Spiele aufgestellt wurden unt mit allerlei Wettkampfbildern wohl noch an diese erinnern sollen. Historie und Moderne eng beieinander, ich fand es allerdings nicht gelungen.

Der Abend ist schnell erzählt. eigentlich wollte ich im Hotel ein Paar Euro wechseln und dann die Stadt unsicher machen. Da die Wechelstube wegen Unpässlichkeit des Personals kurzzeitig geschlossen war, bis ich kurz aufs Zimmer gegangen, wo ich ein halbes Stündchen warten wollte. Wachgeworden bin ich dann 12 Stunden später ....

Allgemein zeigen sich - Olympia 2008 kässt grüssen - die die Menschen in Beijing als sehr freundlich und entspannt. Ein vollkommener Kontrast eu 2004. Auch wenn man sich nicht gut unterhalten kann, sie sind lustig und interessiert. So wurde ich beim Ersatzbummel am frühen Samstag Morgen in einem Hutong (Viertel mit den kleinen Gassen, wo die Menschen in den niedrigen kleinen Haeusern leben) spontan in ein Tee-Geschaeft eingeladen. Das Frühstück war gerettet und schon sollte es wieder zum Flughafen gehen.

Auf dem Weg dorthin bemerkt man vor allem eines. Das Alte wird abgerissen und muß der Moderne weichen. Ganze Stadtviertel werden so in kürzester Zeit durch seelenlose Hochhäuser mit 20, 30 oder mehr Etagen ersetzt. Eine solche unglaubliche Bautätigkeit, fast schon Bauwut, wie in China gibt es wohl nirgends auf der Welt. Ein Mitreisener macht mich darauf aufmerksam, dass ein Hochhaus - am Vortag noch gar nicht existent - über Nacht und binnen 20 Stunden hochgezogen wurde. Respekt.

P.S. Konversation auf dem Flughafen: "Ich habe schon das Bismarck-Archipel gesehen !" - Antwort: "Ich so was ähnliches - einen Bismarck-Hering !" Lg an H1.

Mangels Kommunikationsmöglichkeiten in Nordkorea erscheinen alle Berichte nach der Reise - da geht das Authentische leider etwas verloren. Statt einem "Moin Moin" sind die Blogs jetzt mit einer Überschrift versehen. Dieser Blog wurde am 19.05. erstellt.




07. Mai 2010