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Mittwoch, 06. Mai, Zarskoje Selo
Heute gibt es nur einen kurzen Bericht, die Nacht war lang, der Tag dafuer umso kuerzer. Gestern bin ich noch ins Liverpool. Nach dem ueblichen irischen Liveperformance mit Gitarre und Irish Folks gab es noch die Fussball Championsleague. In Russland heisst das: Anpfiff 22:45 Uhr. Da ich bis zum Ende des Spiel doch das eine oder andere Bier getrunken hatte, wollte ich so gegen 1 uhr gehen. Doch daraus wurde nichts.
Eine Horde von Russen kam herein und funktionierte den English Pub zu einer russischen Kneipe um. Die Gitarren hatten die selber mitgebracht und nun schepperten moskauer Rockrhythmen durch den Flur. Taenzchen hier, taenzchen da und wupps war es halb vier, als uns das Thekenpersonal rauswarf. Da noch keine U-Bahn fuhr, nahm ich ein Taxi. Der Fahrer war allerdings nicht gerade ortskundig und fuhr wild umher mit dem Ergebnis, dass er ploetzlich auf einer 8 spurigen Strasse bremste, wendete und in die andere Richtung fuhr. Nicht nur das - die Miliz ist ueberall und bemerkte dies. Mit tatue-tata hinter uns her und uns eingeholt. Der Fahrer durft gleich aussteigen und ich konnte sehen wie ich weiter kam. Das Hotel erreichte ich gegen 5 Uhrund die hatten einen kompletten Spromausfall. Durch Treppenhaus musste ich in den 11. Stock, danach hies es nur noch: Ab ins Koerbchen.
Heute morgen bin ich erst spaet wachgeworden, das Programm hat sich somitleicht verschoben. Per Marschrutki gings ins 30 km suedlich gelegeneZarskoje Selo, wollte zur Residenz von Katharina der Grossen. Da icheinschlief, fuhr der Bus erstmals bis Pawlowsk, also musste ich wieder einpaar Kilometer zurueck. Angeblich ist das neben Peterhof die schoenste Zarenresidenz Russlands. Angeblich !!!
Lediglich der Katharinenpalast, die Hauptattraktion, verschlaegt einem etwas denAtem. Die 300 m lange barocke Fassade mit ihren rhythmisch gegliedertenweißen Säulen, vergoldeten Atlanten und Fensterrahmen bildet einen schönen Kontrast zur Umgebung. Drinnen zeigt sich ein einzigartiger, unvergleichlicher Luxus aus Gold und was weiss ich noch alles.
Die Palastkirche mit ihren 5 Kuppeln war leider durch Restaurationsarbeiten verdeckt. Aber eigentlich war ich auch nur wegen des Bernsteinzimmers gekommen.. Die Bernsteintaefelung ist schon etwas aussergewoehnich. Leider war fotografieren verboten, aber trotzdem konnte ich zwei Fotos schiessen, bis mir eine Mamuschka eins mit einem Stock uebergebraten hat, damit ich wusste, wer der Herr / die Frau im Hause ist.
Zurueck gings per Taxi, schliesslich musste ich noch den Zug nach Moskauerreichen. Die Fahrt ist eger langweilig, die Landschaft gruen in gruen aber nichts spektakulaeres. Nur 5 1/2 Stunden braucht die ueberaus puenktliche russische Bahn fuer die 650 Kilometer vonm Sankt Petersburg Moskauer Bahnhof nach Moskau -- na ? -- Leningrader Bahnhof. Ist jetzt halb acht und muss noch zwei Stunden fahren. Hoere gerade, in Frankfurt ist eine Sturmflut -- hier im Zug ist der Trinkfreudigkeit der Passagiere zu Folge eher eine Bierflut.
P.S. Noch ein paar russische Worte zum einfach lernen: Raiffeisenbank, Rucksack, Achtung und jetzt kommts: Gastarbeiter und Butterbrot. Na denn: Na sdorovje. Lg an H1
| 06. Mai 2009 |