Samstag, 02. Mai, Anreise nach St. Petersburg



Es ist schon etwas merkwuerdig um diese Zeit. In St Petersburg ist es nach 23 Uhr und taghell. Das kennt man eigentlich nur vom Nordpol, aber hier in der Naehe des Polarkreises wird die Nacht zum Tag. Allerdings dauert es noch ein Weilchen, denn die so genannten Weissen Naechte, naemlichdann, wenn es bis auf kurze Zeit auch die Nacht ueber taghell ist, sie beginnen erst Ende Mai.

Der erste Frust ist auch schon vorbei. Zwischen An- und Abreise benoetigt man seinen Reisepass einmal, beim Kauf des Bahntickets. Doch dazu bion ich erst gar nicht gekommen, eine kleine Unachtsamkeit auf im Tumult der Leute und weg war er der Reisepass. Auch wenn die Botschaft am Montag das Meiste erledigen wird, die ganzen schoenen Stempel vom Laos bis Bhutan, von Peu bis Bolivien, an denen kan sich jetzt ein Ruse erfreuen. Und wie ich die Fahrkaerte nach Moskau kaufen soll, das bleibt jetzt erstmal auch mein Geheimnis.

St. Petersburg zählt ca. 5 Millionen Einwohner. Und ueberall sind Massen von Leuten. Jeder will irgendwo ein Geschaeft machen! Mehr als den Newski Prospkt, die Hauptmeile der Metropole schaffe ich heute gatr nicht, mit den zwei Stunden Zeitverzoegerung beginnt der Tag auich erst gegen 15 Uhr. Links am Winterpalast finden sich die Hochzeitspaare ein, Strassenmusikanten "blasen ihnen den Marsch"! Fotos werden geknipst mit "Peter - dem Grossen" , und dann noch ein paar tanzende Baeren - Bruno laesst gruessen - die fotografiert werden duerfen.

Auf dem Newski-Prospekt ist das neueste vom Neuesten zu bewundern, waehrend in den U-Bahn-Stationen  alte Leute betteln. Struppige Muetterchen, streunende Kinder, oder riegsversehrte ein paar Rubel fuer ihr taeglich Brot verdienen. St Petersburg ist merkwurdig, auf der einen Seite ein Meer an Palaesten und Kirchen, abseits hiervon der Charme der altgen Sowjetunion mit etwas Leuchtreklame a la McDonalds, aber in kyrillisch. Jedenfallls klappt es mit dem lesen, was das Leben ungemein erleichtert. 

Grundsaezlich laechelt niemand in St. Petersburg. Bei der Passkontrolle gehört das vielleicht zum Job, aber warum ist der Rest der Stadt so merkwuerdig gelaunt? Die Verkaeufer in den Geschaeften empfinden den Kunden augenscheinlich als Belastung, und selbst harmlose Nebensaechlichkeiten wie einen Platz in einem Restaurant oder Pub zu finden und dann noch etwas serviert zu bekommen - eine echte Herausforderung. Wenn man allerdings die richtige Adresse findet, dann kommen in traditionellen Dorfkostuemen gekleidete Russinen und und unterhalten das Publikum mit netten Spaesschen. Schade nur, wenn man das russische nur mit Haenden und Fuessen beherrscht.

Anschliessend gibts noch ein Bier in der Fussgaengerzone, denn es braucht schon etwas Zeit, um die gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten! Irgendwie mehr als sonst wo auf der Welt. Aber eines ist in St. Petersburg besser. Wo in deutschen Staedten irgendwelche Straßenkuenstler denken, es sei ein Kunst, moeglichst bewegungslos verkleidet auf ein und demselben Platz in einer Pose zu verharren, stellen die St. Petersburger einfach eine Wachsfigur hin. Viel effizienter.

P.S. Wenigstens die Bayern haben heute mal wieder gewonnen. Allerdings wars wieder sehr knapp. Vermutlich wird Herr Hofmann die Nacht wieder unterm Sauerstoffzelt verbringen. Da denn Na sdorowje. Lg an H1.



02. Mai 2009